Parmenides

Das Geburtsjahr von Parmenides ist nicht gesichert, man vermutet es um das Jahr 520 v. Chr. Diese Annahme basiert auf Platons Dialog „Parmenides“, in dem er ein fiktionales Gespräch zwischen Sokrates und Parmenides schildert. Folgt man einer Überlieferung des Diogenes Laertius, nach der Parmenides in den Jahren 504 oder 501 vierzig Jahre alt war, ergebe sich in Geburtsjahr um 540 v. Chr. Auch weitere Angaben zum Leben des Parmenides sind nicht datierbar. So kennt man weder sein Todesjahr, noch die Abfassungszeit seines Lehrgedichts. Wenn man den Anfangsworten Parmenides in seiner Schrift Glauben schenkt (FR 1 Z24), war er noch ein Jüngling. Daraus würde ein Entstehen des Lehrgedichts um die Jahrhundertwende resultieren.

Die Schrift des Parmenides ist in der Form des Lehrgedichtes dargelegt. Vor allem durch die sprachliche Form und besonders durch den Charakter der Offenbarung steht sie in naher Verwandtschaft zu Hesiods Theogonie. Das Gedicht ist in zwei Themen gegliedert, wobei das erste Thema, die Lehre von der Wahrheit und das zweite Thema, die Lehre vom Trug oder Schein behandelt. Die Originalschrift ist nicht überliefert. Aber dank den Zitationen des Simplikios (Simpl. Phy 144 (VS 28 A 21), der scheinbar am Anfang des 6 Jahrhunderts nach Chr. noch den Originaltext vorliegen hatte und in seinem Physikkommentar zu Aristoteles große Teile des Parmenideischen Gedichts für seine Leser zur Nachprüfung aufgeschrieben hatte, schätzt man, dass dadurch neun Zehntel „von dem ersten, im Urteil der Nachwelt wichtigeren Teil des Gedichts, der sogenannten Rede von der Wahrheit“ überliefert sind.

Zwar ist die Hinführung zum zweiten Teil ganz, aber vom eigentlichen zweiten Teil nur Bruchstücke erhalten; wahrscheinlich höchstens zehn Prozent. Daraus resultiert ein nicht lösbares Problem, weil somit der Widerspruch in der Aussage vom ersten und zweiten Teil des Lehrgedichts nicht hinreichend geklärt werden kann. Für Aristoteles war es „eine Konzession, die Parmenides notgedrungen an den Augenschein machen musste“ Andere Erklärungsversuche für den Widerspruch sind: es handelt sich um eine hypothetische Kosmologie oder gar, dass diese Theorie nicht von Parmenides selbst stammt.